Interview: Die Geschichte von Armin & Eva

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»Spitzbart, Bauch und Brille sind nicht des Volkes Wille!«
(Transparent vom 17. Juni 1953)

Jüngst ist eine Graphic Novel erschienen, die man getrost als Geschichtscomic bezeichnen kann. Der Titel: ›17. Juni – Die Geschichte von Armin & Eva‹. Gezeichnet von Kitty Kahane, getextet von den Kulturingenieuren. Der Anklang an ›Adam & Eva‹ verspricht eine Liebesgeschichte, doch diese beginnt mit einer Vertreibung aus dem Paradies.

Armin und Eva erleben ihre Liebe in Zeiten politischer Cholera. Berlin ist geteilt in Ost und West. Eva lebt in Westberlin, Armin in Hennigsdorf in der DDR. Die beiden sind verliebt und verlobt, doch dann kommt ihnen der Aufstand am 17. Juni 1953 dazwischen. Dazu Co-Autor Tim Köhler im Alexklusiv-Interview:

Tim, ihr habt jetzt eine Graphic Novel zum ›17. Juni‹ veröffentlicht. Wie fühlt sich das an, Autor eines Comics zu sein?

Bin stolz wie Bolle! Der Comic ist wirklich schön und rund geworden. Entsprechend gerne und mit glücklicher Miene zeigen ich ihn her.

Wer sind die Kulturingenieure?

Wir sind Freunde, eine Agentur und – wie im Fall der Graphic Novel – auch ein Autorenkollektiv. Das ändert sich von Projekt zu Projekt und ist deshalb auch nicht abschließend zu klären. Es gibt aber auch einen Roten Faden. Ob journalistische Texte, wissenschaftliche Recherche, Dokumentar- und Animationsfilme – wir schreiben die Konzepte, beschaffen das Geld und organisieren die Produktion. Auch die Aufbereitung von Themen bedeutet nach unserer Arbeitsweise zumeist so etwas wie ›Das Komplexe so darzustellen, dass es allgemeinverständlich wird‹.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Kitty Kahane?

Wir kannten uns schon und wussten um ihren Stil, ihre Interessen und auch ihr Arbeitstempo. Wir konnten diesen Comic eigentlich auch nur mit ihr machen. Es passte einfach gut zusammen.

Wie konzipiert man ein Comic, das ein anderer in Bilder umsetzt? Wie plant man die Gesamtseitenzahl?

Ein Stück weit muss das natürlich unser Geheimnis bleiben. Aber so viel sei verraten, ein sehr sehr umfangreiches Konzept ist unabdingbar und ganz viel Kommunikation miteinander. Seitenzahlen sind ein ganz eigenes Kapitel. Einerseits nimmt man sich den Platz, den die Geschichte nun mal braucht, andererseits feilscht man auch mit dem Verleger um jeden Bogen wegen der Herstellungskosten.

Warum der 17. Juni 1953?

Am Anfang war der Wunsch einen Comic zu machen. Das Thema kam später. Wir haben eines gesucht, das Aktualität und zeitgeschichtliche Anbindung verbindet. Dann war der 17. Juni plötzlich auf dem Tisch.

Was kommt als nächstes? Ein Comic über den Mauerbau?

Vielleicht! Oder auch eine Biografie oder etwas ganz anderes wie Gartenbau oder eine Bedienungsanleitung. Wir sind die Kulturingenieure! Wir entwickeln ganz bestimmt etwas Tolles! (lacht)

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Alexander Lahl, Tim Köhler & Max Mönch:
17. Juni – Die Geschichte von Armin & Eva
Gezeichnet von Kitta Kahane
Metrolit Verlag Berlin
1. Auflage, 14. Mai 2013
102 Seiten
ISBN 978-3-8493-0080-7
15,99 EUR

Der Druck dieses Buches wurde ermöglicht dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der Stadt Hennigsdorf.

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Mehr: http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1135313

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