Internationaler Tag des Jazz 2015

Grant Green - Idle Moments

Grant Green: April is Jazz Appreciation Month.


Zum bevorstehenden Welttag des Jazz am 30. April gibt es von mir eine Liste mit Empfehlungen. Die aufgelisteten Jazz-Standards gefallen mir ausgesprochen gut. Und vielleicht jetzt auch dir, liebe Leserschaft.

Ich weiß nicht mehr, wie der Jazz zu mir kam. Waren es die fabelhaften Beastie Boys und der Hip-Hop? Waren es Jim Morrison & die Doors? Oder waren es die James-Bond-Titelmelodie, das Tatort-Thema und andere Filmmusiken? Es ist unmöglich das herauszufinden, denn Jazz war immer schon da. Ganz sublim im Hintergrund, in der Werbung und in Einkaufszentren, als Sample und in Filmen.

1. Duke Ellington: It Don’t Mean a Thing (If You Ain’t Got That Swing)
Bevor wir loslegen, sollten wir in guter alter Manier klären, was Jazz ist. Keiner weiß das so genau. Der Berliner Alfred Lion, Gründer des legendären Jazzlabels Blue Note Records, machte seinen Künstlern vor den mitternächtlichen Plattenaufnahmen stets nur eine Vorgabe: »It must schwing!« Drum lassen wir es zum Auftakt mit Duke Ellington ordentlich swingen. Wer mehr vom Duke hören will, dem empfehle ich Caravan. Auch in den Versionen von Lou Donaldson und Herbert.

2. Dizzy Gillespie: Salt Peanuts
Ich glaube, diese hektische Jazzrichtung nennt man Bebop. Das ist just die Musik, die Jack Kerouac und Neal Cassidy auf ihrer Reise quer durch die USA unterwegs vom Hocker gehauen hat. Nüsschen gefällig?

3. Lou Donaldson: Everything I Do Gonh Be Funky
Gleich zu Beginn fragt Altsaxophonist Louis A. Donaldson seine Mitmusiker, ob sie Funky Mama, Alligator Boogaloo und Midnight Creeper kennen. Das waren bis dato seine erfolgreichsten Songs. Und dann sagt ihnen der Soul-Brother, warum diese Titel so gut sind (und so oft gesampelt wurden): »Cause everything I play gonh be funky!« Lou Donaldson hat noch eine Stange weiterer Smasher fabriziert und ist darum einer meiner bevorzugter Jazzer. Auch gut: One Cylinder, Midnight Creeper, Pot Belly, Minor Bash und Who’s Making Love.

4. Art Blakey: No Hay Problema
Art Blakey war ein begabter Schlagzeuger, der im Laufe seiner Karriere viele andere begabte Musiker um sich versammeln konnte. Zum Beispiel Lou Donaldson und Horace Silver. No Hay Problema hat er auf dem Soundtrack für Les Liaisons Dangereuses in verschiedenen Versionen eingespielt, mal als lateinamerikanischen Cha-Cha und mal als afro-kubanische Trommelsession. Weitere seiner Hits sind Dat Dere und Ecaroh.

5. Horace Silver: Señor Blues
Horace Silver hat als Pianist bei Blue Note angefangen und dort auch seine erfolgreichste Platte aufgenommen: Song For My Father. Dieses Album ist uneingeschränkt hörbar, vor allem The Kicker, Que Pasa und Lonely Woman. Auf seinen anderen Platten ist nicht alles Gold, aber Silber. Meine Favoriten von Mr. Silver heißen Señor Blues und Psychedelic Sally.

6. Cannonball Adderley: The Jive Samba
Julien »Cannonball« Adderley hat viel zeitloses Material mit seinem Bruder Nat eingespielt. Dazu gehört das swingende und groovende Jive Samba. Oder die Bürgerrechtshymnen Why Am I Treated So Bad? und Walk Tall. Wunderbar relaxed kommt übrigens Adderleys Interpretation von Mercy Mercy Mercy daher.

7. Jimmy Smith: Root Down (And Get It)
Den Organisten Jimmy Smith kennt man von der Platte Ill Communication der fabelhaften Beastie Boys sowie zahlreicher Remixe davon. Die Beasties hatten sich der Orgelode Root Down angenommen und ein Jimmy-Smith-Revival ausgelöst. Weitere Perlen sind die kleine Orgelei Bucket sowie die Bigband-Kracher Walk on the Wild Side und Theme from Carpetbeggars.

8. Wes Montgomery: Movin‘ Wes
Jimmy Smith hat u.a. auch zwei Platten mit dem Gitarristen Wes Montgomery eingespielt. Das Daumentalent hat leider viele dahinplätschernde Fahrstuhlmusiken veröffentlicht, aber auch einige sehr schöne Interpretationen, wie Death March, In and Out und Impressions, im Original von John Coltrane.

9. John Coltrane: My Favourite Things
John Coltrane war zu Lebzeiten eine Legende. Der Saxophonist hat viele andere Musiker beeinflusst und inspiriert, zum Beispiel Bands wie The Byrds (Eight Miles High) und The Doors (Light My Fire). Mit seiner modalen Musik kann ich nicht so viel anfangen, aber One & Four (aka Mr. Day) und die traurige Improvisation Alabama gehören eindeutig zum Jazz-Weltkulturerbe!

10. Blue Mitchell: Good Humor Man
Jazz soll gute Laune machen und die trübe Gedanken verscheuchen. Darum gibt es zum Abschluss Good Humor Man, eine entspannte Melodei, die unsere Seelen durchblutet. Wer David Bowie und sein Golden Years mag, der sollte sich bei Gelegenheit Flat Backing von Blue Mitchell anhören.

So. Das dürfte erst einmal reichen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s