Saxophon – Instrument des Jahres 2019

Das Saxophon ist Instrument des Jahres 2019 – ganz offiziell. Hat der Landesmusikrat Schleswig-Holstein so beschlossen. Keine Ahnung, was der Rat sonst noch leistet, aber die geniale Erfindung des Belgiers Adolphe Sax, der ein Mittelding zwischen Klarinette und Oboe erschaffen wollte, kann man nicht genug würdigen.


8) Boots Randolph: Yaketi Sax
Dieses Saxophonstück kennt JEDER – vor allem durch die Benny Hill Show (natürlich haben alle nur der Erkennungsmelodie wegen zu- und hingeschaut). Boots Randolph fühlte sich ursprünglich durch ein Saxophon in dem Rhythm-&-Blues-Hit „Yaketi Yak“ der Coasters inspiriert. Daher der Name „Yaketi Sax“. Die Nummer untermalt auch heute noch beinahe jede zweite Zeitraffersequenz und manch einer behauptet sogar, dies sei The Song That Truly Makes Every Movie Scene Better.


7) Kenny G: Songbird
Wer in den Achtzigern groß wurde, ist eigentlich vom Saxophon geheilt. Fast in jeden Popsong wurde ein aufdringliches Saxophonsolo eingeschleust und meist passt es nicht. Überhaupt klangen Saxophone in den Achtzigern ziemlich aufdringlich. Kenny Gorelick alias Kenny G war daran nicht unbeteiligt. Als ich diese schreckliche Nummer nach Jahrzehnten der Wundheilung in dem Beach-Boys-Movie „Love & Mercy“ wiedererkannte, fand ich sie plötzlich ausgesprochen gut. Verstehe einer das Gehirn!


6) Mezzoforte: Garden Party
Und wieder die Achtziger. Wer im Raum Berlin zur Schule ging und nach dem Unterricht das Radio anstellte, dem flog dieses Jazzstück um die Ohren. Vorausgesetzt, man war politisch aufgeweckt und hörte Jugendwelle RIAS 2 auf 9-4-3. Dort nutzte der Radiomoderator Gregor Rottschalk die „Garden Party“ als Musikbett für seine Begrüßung. Übrigens, gestern erst wiederentdeckt, dank Achim von den Beatsticks.


5) Maceo Parker: Cold Sweat (James Brown)
Maceo Parker spielte lange Zeit Saxophon bei James Brown und hat dessen Entwicklung vom Soul zum Funk maßgeblich begleitet und mitgeprägt. In diesem Funk-Klassiker, bei dem Clyde Stubblefield einen begnadeten Drumbeat trommelt, ist Maceo auch mit von der Partie, sein Solo wird sogar von Mr. Dynamite himself angesagt (um Min 2:20).


4) John Coltrane: Mr. Day
Ich bin kein großer Coltrane-Anhänger, sein Gedudel ist mir zu virtuos und expressiv. Musik muss immer auch mit meiner Grundstimmung harmonieren, sonst kommt es zu keiner Resonanz. Und wo wirr bin ich nun mal nicht. Bei „Alabama“ und „Mr. Day (aka One and Four“) mache ich aber eine Ausnahme, weil sehr schön, woran das Klavierspiel von „The Real“ McCoy Tyner nicht unwesentlich mitschuld ist.


3) Cannonball Adderley: Mercy, Mercy, Mercy
Die Komposition stammt vom nach Mozart und Falco größten Musiker Österreichs – Joe Zawinul. Mit „Mercy, Mercy, Mercy“ hat der Pianist des Cannonball Adderley Quintet quasi den Souljazz erfunden. Aber es geht ja hier ums Saxophon, und das spielt Julian „Cannonball“ Adderley sehr, sehr, sehr gut.


2) Lou Donaldson: Sweet Juice
Der Altmeister am Altsaxophon beherrscht alles. Vom Bebop im Charly-Parker-Style über bluesigen Hard Bop bis hin zu schnulzigem Souljazz und Funk kann Lou Donaldson alles aus seinem Instrument hervorzaubern. Nur für eines war er nicht zu haben: No Fusion, no confusion!


1) Hank Mobley: Suite: Thinking Of Home/The Flight/Home At Last
Hank Mobley spielte in der Urformation von Art Blakeys Jazz Messengers. Danach spielte er in den Bands von Horace Silver, Lee Morgan und Miles Davis. Am häufigsten aber spielte er in seiner eigenen Band und schuf zeitlose Jazzkompositionen. Diese Suite stammt von seinem letzten Album aus dem Jahr 1970, denn aus gesundheitlichen Gründen musste der Kettenraucher das Saxophonspiel nach 20 aktiven Jahren aufgeben. Traurig. (Achtung, seine Kompositionen können Mobleymania hervorrufen!)

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