Pflanzt Pekan!

Nusskernmischung: Pekan (grün und braun) sowie Bitternüsse (beige)

Alle Welt redet vom Klimawandel. Manche tun sogar etwas und pflanzen Bäume. Wie wäre es, wenn man es gleich richtig macht und Klimawandelgehölze pflanzt, die einen Mehrwert bieten? Beispielsweise Früchte, die man essen kann, wie beim Pekannussbaum. Der Pekan gedeiht auch in hiesigen Breiten, liefert gerade Stämme, wertvolles Holz und leckere Nüsse.

Pekannüsse gehören zu den leckersten und gesündesten Nüssen auf dem Weltmarkt. Die Pekannuss ist mit der Walnuss verwandt. Pekannusskerne schmecken auch ähnlich wie Walnusskerne, nur süßer und aromatischer. Darüber hinaus sind Pecanos reich an ungesättigten Fettsäuren, gesunden Kalorien, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Phosphor, Zink und Selen.

Der Pekanbaum stammt aus den USA und ist im Einzugsgebiet des Mississippi stark verbreitet. Die Pekannuss ist sicherlich die amerikanischste aller Nüsse. Jedes Jahr am 14. April begeht man in den USA den National Pecan Day. Im Bundesstaat Texas ist die Pekannuss sogar der offizielle Staatsbaum. Das will einiges heißen.

Die Bezeichnung „Pecan“ kommt aus der Sprache der Algonkin-Indianer und bedeutet so viel wie „harte Nuss“. Die amerikanischen Ureinwohner sammelten die nahrhaften Pekans und nahmen sie als Proviant mit auf Reisen. Pemmikan und Pekan. Die späteren Siedler verbuken die aromatischen Nüsse bevorzugt in Kuchen und Keksen. Der Pecan Pie ist ein Klassiker der Südstaatenküche, aber auch im Rest der Staaten.

Bereits George Washington steckte 25 Pekan-Kerne, die er als „Mississippi Nuts“ bezeichnete, in die Erde seines Botanischen Gartens. Eine Dekade später, im Mai 1786, pflanzte er weitere 21 „Illinois Nuts“. Die erste Ernte dürfte demnach erfolgreich gewesen sein und ihm gut geschmeckt haben.

Thomas Jefferson, sein Nachfolger im Amt, war ebenfalls ein Fan der Nussfrucht, die er als „Paccan“ oder „Illinois-Nuss“ bezeichnete. Während seiner Dienstzeit als Botschafter in Frankreich schrieb Jefferson in einem Brief in die Heimat: „Beschafft mir 200 oder 300 Paccan-Nüsse aus dem Westen. Ich denke, in Pittsburgh bekommt man immer welche. Sie sollten so frisch wie möglich sein und am besten in einer Kiste Sand aufbewahrt werden.“

Weitere historische Bezeichnungen sind Illinois-Hickory, Poccon und Juglans Pacane. Der deutsche Dendrologe Friedrich Adam Julius von Wangenheim (1749-1800), der als Soldat nach Nordamerika kam und in einem hessischen Hilfskorps auf Seiten der Engländer kämpfte, gab den Nüssen aus der Neuen Welt den botanisch klingenden Namen Juglans illinoinensis (Walnuss aus Illinois). Sein Landsmann Karl Heinrich Koch (1809-1879) taufte sie allerdings um und nannte sie Carya illinoensis (Hickory aus Illinois).

Damit machte er den Unterschied zwischen verschiedenen Familienzweigen der Walnussgewächse (Juglandaceae) auch sprachlich deutlich. Auf der einen Seite wären da die Walnüsse, zu denen „unsere“ Echte Walnuss (Juglans regia) ebenso gehört wie die Schwarznuss (Juglans nigra) und die Butternuss (Juglans cinerea). Auf der anderen Seite stehen die Hickorys (Carya), zu denen neben der Pekannuss (Carya illinoinensis) auch der Schuppenrinden-Hickory (Carya ovata) und die Bitternuss (Carya cordiformis) gehören. Bei letzterer erinnert der Name nicht von ungefähr an Bitternis.

Sowohl Juglans als auch Carya gehen auf gemeinsame Vorfahren mit dicken Nüssen zurück, um im Bilde zu bleiben. Die Entstehungszeit der Walnussfamilie reicht rund 135 Millionen Jahre zurück. Nordamerika, Europa und Asien waren damals in dem Superkontinent Laurasia vereint, der wiederum aus dem Urkontinent Pangaea hervorgegangen ist. Durch die letzte große Eiszeit wurden alle Nussbäume aus Europa verdrängt – „unsere“ Walnuss stammt übrigens aus Innerasien. Nun ist die Zeit gekommen, das europäische Nahrungsangebot um die begehrte Nuss aus Amerika zu erweitern!

Auch die Seite Klimawandelgehoelze.de propagiert den Anbau: „Carya illinoiensis ist eine Pflanzenart der Klimawandelgehölze, denn diese Bäume vertragen Hitze und Trockenheit. Zudem wachsen die Bäume sehr schnell und zuverlässig.“

Pecan – The American Indian Way of Live!

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weiter verführende Literatur:
1) Lenny Wells: Pecan – America’s Native Nut Tree. Alabama University 2017.
2) James McWilliams: The Pecan – A History of America’s Native Nut. Texas University 2013.
3) Jane Manaster: Pecans – The Story in a Nutshell. Texas University 1994.

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