Vermummungsgebot. Ein Corona-Dramolett

Irgendwo auf dem Land, in Vorpommern, Prignitz oder Uckermark. Es ist der 27. April 2020, der erste Tag einer allgemein verbindlichen Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln.

Ein Mann betritt die Apotheke.
Der Apotheker stürzt sogleich hinter seiner Theke hervor und zetert: „Sofort raus! Ohne Maske kommen Sie hier nicht rein!“
Der Mann steckt nur den Kopf durch die Tür: „Aber genau darum bin ich hier, ich will eine Maske kaufen.“
Der Apotheker mahnt: „Dann hätten Sie sich gestern eine besorgen müssen!“
„Äh, gestern war Sonntag, da waren die Geschäfte geschlossen.“
„Das wissen Sie doch nicht erst seit heute!“ Der Apotheker lebt die Macht, die ihm das Kleinstadtmonopol verleiht, voll aus.
„Doch“, sagt der Mann, „gerade bin ich schon beim Bäcker deswegen angeschnauzt worden.“
Der Apotheker kommt zum geschäftlichen Teil. Er legt eine Einwegmaske auf den Tresen und erklärt die Benutzung. „Das macht dann 1 Euro 50.“
Der Kunde bezahlt, der Apotheker nutzt die Gelegenheit für eine weitere Belehrung: „Ohne Maske kommen Sie jetzt nicht mal mehr in eine Tankstelle.“
„Ich habe kein Auto“, der Mann wendet sich zum Gehen.
„Also dann: auf Wiedersehen!“ Der Apotheker wird plötzlich professionell.
Der Mann: „Hoffentlich erwischt es mal alle Unsympathen!“
„Ich muss doch sehr bitten!“

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