Was habe ich denn mit dem Paradies zu schaffen? Ich sinne nicht darauf, hineinzukommen, denn ins Paradies geht niemand ein als die, welche ich Euch nennen will: Es kommen die alten Priester hinein und die Lahmen und Einäugigen, welche Tag und Nacht vor den Altären und alten Krypten hocken und mit Lappen bekleidet sind und verschlissenen Mönchskutten, welche nackt und barfuß und ohne Hosen sind, welche vor Hunger und Durst, vor Kälte und Krankheiten sterben. Die gehen ins Paradies ein, und mit denen will ich nichts zu schaffen haben. Aber in die Hölle will ich gehen, denn in die Hölle kommen die klugen Leute und schönen Ritter, welche ihren Tod in Turnieren und in grimmigen Kriegen fanden, und gute Knappen und freien Männer. Mit denen will ich gehen. Dorthin kommen auch die schönen, höfischen Damen, welche zu ihren Ehemännern zwei oder auch drei Liebhaber haben. Und dort gibt es Gold und Silber und gar köstliche Stoffe, und Spielleute und Sänger und die Könige dieser Welt. Mit denen will ich gehen, wenn ich nur Nicolette, meine süßeste Freundin, die ich über die Maßen liebe, bei mir habe.«
– Aucassin & Nicolette, eine französische Ritterromanze um 1225

Die Hölle, das eigentliche Paradies