Klinkerexpress: Scheffelstraße Lichtenberg

Vormals Scheffelstraße 16, jetzt vorübergehend 6.


Der Regierungsbaumeister Hans Kraffert (1885-1950) plante für die Berliner Baugenossenschaft mehrere Wohnanlagen. Besonders gelungen ist sein expressionistisches Mietshaus in der Scheffel-, Ecke Paul-Junius-Straße in Berlin-Lichtenberg. Das Eckhaus von 1926 ist gefaltet wie eine Ziehharmonika und erinnert an die Giebelhäuser der Hansestädte Stralsund, Wismar und Greifswald. Nur das barocke Puttelchen über dem Hauseingang hätte nicht unbedingt sein müssen.

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Scheerbart, Münchhausen und die Architektur der Zukunft

Der Schriftsteller und Visionär Paul Scheerbart (1863-1915) äußerte sich vielfach zur Architektur der Gegenwart und der Zukunft. So widmete er beispielsweise seinem Brieffreund Bruno Taut den Essay „Glasarchitektur“ (1914), woraufhin dieser sich mit seinem bekannten Glaspavillon revanchierte. Auch in Scheerbarts Berliner Roman „Münchhausen und Clarissa“ spielt Architektur eine Hauptrolle. Der Lügenbaron Münchhausen – dessen 300. Geburtstag wir dieses Jahr begehen – berichtet darin von einer angeblichen Weltausstellung im fernen Australien und beschreibt visionäre Konzepte wie eine „bewegliche Architektur“, eine „Lichtarchitektur“, eine verhüllende „Gerüstarchitektur“ und so weiter und so fort. Herausgreifenswert fand ich das folgende Zitat:

»Sie glauben garnicht, Herr Baron, welche Stellung die Berliner Architekten heutzutage innehaben; früher konnte doch der Bauherr noch etwas mitreden – so was aber gibt es heute garnicht mehr. Wir haben nur das Recht und die Pflicht, alles zu bezahlen; der Architekt befiehlt nur – und der Bauherr hat zu gehorchen. Wir haben uns nicht einen einzigen Stuhl ohne Erlaubnis des Architekten anschaffen dürfen. Es fehlt nur noch, daß er uns auch die Kleider kauft. Es ist himmelschreiend. Wir leben in einer Tyrannenepoche – und die Architekten sind heute die größten Tyrannen.«

— Paul Scheerbart: Münchhausen und Clarissa. Ein Berliner Roman. Berlin 1906.

Klinkerexpress: Kreuzkirche Schmargendorf

Ansicht vom Hohenzollerndamm (Anklicken zum Ankieken)


Von allen expressionistischen Ziegelsteinkirchen in Berlin ist die Kreuzkirche in Schmargendorf die unangefochtene Nummer Eins. Das Juwel hatten wir hier schon mal, allerdings war die Auswahl möglicher Ansichten mit lediglich drei Fotos etwas unterrepräsentiert. Da geht mehr, nämlich hier und heute.

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Klinkerexpress: Paddenpuhl Reinickendorf

Einmal bitte hier durch! (Anklicken zum Ankieken)


Verlässt man den U-Bahnhof Residenzstraße über den langen Tunnel in Richtung Grünrockweg, dann landet man unweigerlich am Paddenpool, einem Regenwasser-Sammelbecken. Dort sieht’s vielleicht aus!

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Klinkerexpress: St. Martinskirche Kaulsdorf

Jestatten: St. Martin von Kaulsdorf (Anklicken zum Ankieken)

Bei Kirchen denken viele sogleich ans Mittelalter und Ewiggestrigkeit. Dabei gehören die Gotteshäuser der Gegenwart oft zu den modernsten Gebäuden im Ort. Man denke an Le Corbusiers Kapelle Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp oder an die Jubiläumskirche in Rom. In Kaulsdorf steht eine Ziegelsteinkirche des Nachexpressionismus, die Iris Gleichen sucht.

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